ACTRIMS-/ ECTRIMS-Kongress 2020: Therapietreue unter OCREVUS hoch

  • Neue Daten der offenen Phase-IIIb-Studie CASTING zeigten: Drei Viertel der Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMSa), die von einer Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMT) zu OCREVUS (Ocrelizumab) wechselten, wiesen auch nach 2 Jahren keine Anzeichen von Krankheitsaktivität auf.¹

  • Erste Daten unter Real-World-Bedingungen der aktuell laufenden CONFIDENCE-Studie bei Patienten mit schubförmiger MS (RMS, d.h. RRMS und aktive SPMSb) und primär progredienter MS (PPMSc) bescheinigen der OCREVUS-Therapie eine hohe Therapieverweildauer.²

  • Weiterhin bestätigen beim ACTRIMS-/ ECTRIMS-Kongress 2020 vorgestellte aktualisierte Langzeitdaten über mehr als 7 Jahre das konsistent positive Sicherheitsprofil für die Therapie mit dem Anti-CD20-Antikörper.³ Weltweit wurden bis August 2020 bereits mehr als 170.000 MS-Patienten im Rahmen klinischer Studien und in der Praxis mit OCREVUS behandelt.⁴

Die neuen Studiendaten zu Langzeitwirkung und -sicherheit von OCREVUS wurden im September online auf der virtuellen Plattform MSVirtual2020 im Rahmen der 8. gemeinsamen Jahrestagung des Americas and European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ACTRIMS / ECTRIMS) präsentiert.

Früher Wechsel zahlt sich aus

MS-Patienten können von einer frühzeitigen Umstellung auf eine OCREVUS-Therapie profitieren. Dies untermauern die Ergebnisse einer primären Analyse der offenen Phase-IIIb-Studie CASTING bei 680 Patienten mit RRMS, die auf eine mindestens sechsmonatige vorangegangene Therapie mit bis zu zwei DMT unzureichend angesprochen haben(d): Auch zwei Jahre nach dem Wechsel auf die Therapie mit OCREVUS zeigten 75 % der RRMS-Patienten keine Anzeichen einer Krankheitsaktivität (NEDAe) (MRT-Rebaseline nach 8 Wochen).¹ In der Subgruppe mit nur einer Vortherapie erreichten mit 78 % mehr Patienten den NEDA-Status als in derjenigen mit zwei Vortherapien (70%). Insgesamt war eine hohe Stabilisierung des Krankheitsverlaufs über die verschiedenen vorangegangenen Behandlungen – beispielsweise Interferon beta-1a s.c. – zu beobachten.¹

OCREVUS-Infusionstherapie geht mit hoher Therapietreue einher

Welchen Erfolg eine MS-Behandlung hat, hängt neben der Wirksamkeit der Substanz auch maßgeblich von der Therapietreue, also dem Einhalten der gemeinsam von Patient und Behandler gesetzten Therapieziele im Rahmen des Behandlungsprozesses, ab – und ist im Hinblick auf die spätere Prognose nicht zu unterschätzen. Eine Interimsanalyse der CONFIDENCE-Studie hat daher bei 1.614 Patienten mit RMS und PPMS die Therapietreue (Adhärenz) und –verweildauer (Persistenz) bei OCREVUS unter Real-World-Bedingungen untersucht – mit folgendem Ergebnis:Über einen Zeitraum von 18 Monaten betrug die Therapieverweildauer unter OCREVUS fast 97 %.² Bezüglich der Therapieverweildauer ließ sich zwischen RMS- und PPMS-Patienten kein Unterschied feststellen. Gleichzeitig war ein enges Einhalten des empfohlenen Therapieintervalls alle 24 Wochen (nach Initialdosis(f)) und damit eine hohe Therapietreue zu beobachten. Der Abstand zwischen den Infusionen lag durchschnittlich zwischen 5,9 und 6 Monaten.²

Vorteilhaftes Nutzen-Risiko-Profil in der Langzeittherapie

Bis August 2020 wurden im Rahmen klinischer Studien und in der Praxis weltweit mehr als 170.000 MS-Patienten mit OCREVUS behandelt (> 245.000 Patientenjahre [PJ] Exposition).4Die beim ACTRIMS / ECTRIMS präsentierten Studiendaten bei 5.680 Patienten (entsprechend einer Expositionszeit von 18.218 PJ; Stand: Januar 2020) bestätigen auch nach 7 Jahren Nachbeobachtungszeit erneut das konsistent günstige Nutzen-Risiko-Profil des Anti-CD20-Antikörpers.³ In die aktualisierte Sicherheitsanalyse wurden die Daten aller Patienten mit RMS und PPMS aus den Phase-II- und Phase-III-Studien sowie deren offenen Extensionsstudien (OLE) wie auch den laufenden Phase-IIIb-Studien einbezogen, die bis Januar 2020 mindestens eine OCREVUS-Infusion erhalten haben.³ Es konnten keine neuen Sicherheitssignale beobachtet werden.

Die aktuellen Daten vom ACTRIMS-/ ECTRIMS-Kongress unterstreichen die Relevanz einer frühzeitigen Behandlung mit OCREVUS für die langfristige Stabilisierung des Krankheitsverlaufs – für Patienten mit vorherigem unzureichendem Therapieansprechen. Erste Real-World-Daten weisen eine hohe Therapietreue unter OCREVUS nach und lassen darauf schließen, dass das Therapieintervall von 24 Wochen (nach Initialdosis) bei Patienten geschätzt wird. Gerade bei chronischen Erkrankungen wie der MS können Patientenzufriedenheit und eine erhöhte Akzeptanz der gewählten Therapie dazu beitragen, die langfristigen Ergebnisse einer MS-Behandlung positiv zu beeinflussen.

(a) RRMS (schubförmig remittierende Multiple Sklerose) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung.

(b) SPMS (sekundär progrediente MS) = Verlaufsform, die aus einer schubförmig remittierenden MS (RRMS) hervorgeht, bei der die akut-entzündliche Aktivität in Form abgrenzbarer Schübe immer seltener wird oder ganz fehlt. Die neurodegenerativen ZNS-Veränderungen dominieren immer stärker und die Behinderung nimmt stetig zu. Wird die SPMS weiterhin von Schüben begleitet, spricht man von einer rSPMS (sekundär progrediente MS mit aufgesetzten Schüben).

(c) frühe primär progrediente Multiple Sklerose (PPMS), charakterisiert anhand der Krankheitsdauer und dem Grad der Behinderung, sowie mit Bildgebungsmerkmalen, die typisch für eine Entzündungsaktivität sind.

(d) Ein unzureichendes Ansprechen lag vor, wenn die Patienten mindestens einen klinisch nachweisbaren Schub, mindestens eine Gadolinium-anreichernde Läsion im T1 gewichteten MRT (T1Gd+) oder mindestens zwei neue oder sich neu vergrößernde T2-Läsionen entwickelt hatten.

(e) NEDA (No Evidence of Disease Activitiy) umfasst das Fehlen von Schüben, Behinderungsprogression, neuen oder sich vergrößernden T2-Läsionen und neuen Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen.

(f) Die Initialdosis von 600 mg wird in Form von zwei getrennten intravenösen Infusionen gegeben; eine erste Infusion, gefolgt von einer zweiten Infusion, die zwei Wochen später gegeben wird.

Referenzen

  1. Wiendl H et al., ACTRIMS / ECTRIMS 2020; Poster Presentation P0219

  2. Meuth S et al., ACTRIMS / ECTRIMS 2020; Poster Presentation P1063

  3. Hauser SL et al., ACTRIMS / ECTRIMS 2020; Poster Presentation P0389

  4. Roche data on file: 31 July 2020, post-marketing experience; 27 March 2020, clinical trials data cut-off;

    https://www.ocrelizumabinfo.global/ (abgerufen am 14.09.2020)

  5. Fachinformation OCREVUS®, Stand April 2020

  6. Hauser SL et al., N Engl J Med 2017; 376: 221–34

  7. Montalban X et al., N Engl J Med 2017; 376: 209–20

Über OCREVUS

OCREVUS (Ocrelizumab) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der selektiv gegen CD20-positive B-Zellen gerichtet ist. CD20-positive B-Zellen sind spezielle Immunzellen, die vermutlich wesentlich zur Schädigung der Myelinscheide (Isolationsstruktur von Nervenzellfortsätzen), der Axone (Nervenzellfortsätze) und der daraus resultierenden Behinderung bei Patienten mit MS beitragen. Wie präklinische Studien gezeigt haben, bindet OCREVUS an CD20-Oberflächenproteine, die auf bestimmten B-Zellen exprimiert werden, nicht jedoch auf Stammzellen oder Plasmazellen. Deshalb bleiben wichtige Funktionen des Immunsystems erhalten.

Das klinische Entwicklungsprogramm der Phase III für OCREVUS (ORCHESTRA) umfasste drei Studien: OPERA I, OPERA II und ORATORIO. OPERA I und OPERA II waren identisch aufgebaute, randomisierte, doppelblinde, multizentrische Doppelstudien, die die Wirksamkeit und Sicherheit von OCREVUS (600 mg, verabreicht durch intravenöse Infusion alle sechs Monate) im Vergleich zu Interferon beta-1a s.c. (44 µg durch subkutane Injektion dreimal pro Woche) bei 1.656 Personen mit schubförmiger MS bewertet haben.⁶ ORATORIO war eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit von OCREVUS (600 mg intravenöse Infusion alle sechs Monate, aufgeteilt in zwei 300 mg Infusionen mit zwei Wochen Abstand) im Vergleich zu Placebo bei 732 Personen mit primär progredienter MS (PPMS) untersucht hat.⁷

OCREVUS wird biotechnologisch in den USA hergestellt – mit der Abfüllung des Medikaments für den globalen Markt erfolgt ein wesentlicher Produktionsschritt am Roche Standort Mannheim. OCREVUS ist aktuell in 92 Ländern in Nordamerika, Südamerika, Osteuropa, im Nahen Osten sowie in Australien, der Schweiz und seit Januar 2018 in der EU zugelassen.

Wechsel auf OCREVUS®-Therapie stabilisiert den Krankheitsverlauf langfristig

[blacktriangle] Das Arzneimittel OCREVUS unterliegteiner zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Auch Patienten können dabei helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden.

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