Grenzach-Wyhlen, 13. Januar 2022

63. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH)1

  • Polivy®▼ (Polatuzumab vedotin) + R-CHP zeigte in der POLARIX Studie, die im Rahmen der 63. ASH-Jahrestagung vorgestellt wurde, signifikant verbesserte Outcomes vs. dem bisherigen Standard bei nicht vorbehandeltem diffus-großzelligem B-Zell Lymphom [1]

  • Resultate der HAVEN 6-Studie belegen eine effektive Blutungsprophylaxe durch Hemlibra®▼ (Emicizumab) auch bei Patient:innen mit leichter bis mittelschwerer Hämophilie A [2]

  • Updates zu bispezifischen Antikörpern wie Mosunetuzumab und Glofitamab deuten an, dass das Ansprechen von Patient:innen mit Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) klinisch relevant verbessert werden kann. Dies gilt für die erste wie für fortgeschrittene Therapielinien

  • Insgesamt präsentierte Roche beim 63. ASH vom 11.–14. Dezember 2021 90 Abstracts zur Behandlung hämatologischer Erkrankungen, einschließlich 17 Vorträgen zu zugelassenen oder in klinischer Prüfung befindlichen Medikamenten

  • Über die Bedeutung der Daten für die weitere Entwicklung der Therapie hämatologischer Erkrankungen diskutierten Experten im Rahmen eines Pressegesprächs2

Hemlibra: Effektive Blutungsprophylaxe auch bei leichter und mittelschwerer Hämophilie A

Roche engagiert sich seit vielen Jahren in einem breiten Spektrum hämatologischer Indikationen für die Entwicklung innovativer substanziell hilfreicher Therapien. Neue Daten wurden beim 63. ASH zu Hemlibra vorgestellt. Der bispezifische Antikörper ist seit 2018 zur Routine-Prophylaxe von Patient:innen mit Hämophilie A mit Hemmkörpern – und seit 2019 zur Behandlung von Patient:innen mit schwerer Hämophilie A ohne Hemmkörper zugelassen [3]. Nachdem die positiven klinischen Erfahrungen zur Blutungsfreiheit aus den Zulassungsstudien HAVEN 1–4 durch Daten aus Real-World-Studien bestätigt wurden, werden in der Studie HAVEN 6 die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der Antikörperprophylaxe bei Patient:innen mit leichter bis mittelschwerer Hämophilie A untersucht. Prof. Dr. Johannes Oldenburg, Bonn, legte dar, dass vorläufige Resultate der HAVEN 6-Studie dokumentierten, dass auch diese Gruppe – bei bekannt günstigem Sicherheitsprofil von Hemlibra – durch eine effektive Blutungsprophylaxe profitieren könnte [2]. In der multizentrischen offenen Phase-III-Studie HAVEN 6 wurden Menschen mit Faktor VIII-(FVIII-)Spiegel: >5-<40% (leicht) bzw. ≥1-≤5% (mittelschwer) ohne FVIII-Hemmkörper aufgenommen, wenn nach Einschätzung des Prüfteams die Indikation zur Prophylaxe bestand, z. B. wegen Blutungen in Zielgelenken. Die eingeschlossenen Patient:innen hatten in den 24 Wochen vor der Hemlibra-Prophylaxe im Median 2,0 (0–60,0) Blutungen; bei 33,8% waren zu Studienbeginn Zielgelenke nachweisbar. Hemlibra wurde in der Erhaltung mit entweder 1,5mg/kg pro Woche oder 3mg/kg alle 2 Wochen oder 6mg/kg alle 4 Wochen dosiert. Die auf 1 Jahr bezogene Blutungsrate (ABR) (95%-Konfidenzintervall) war für alle Blutungen 2,3 (1,63–3,10), für behandelte Gelenkblutungen 0,3 (0,12–0,65) und für behandelte Spontanblutungen 0,1 (0,02–0,23). Die berechneten medianen ABR waren für alle Blutungskategorien (außer für „alle Blutungen“) null. Bei 80,3% der Teilnehmer:innen waren keine behandelten Blutungen aufgetreten, 90,1% hatten keine behandelten Gelenkblutungen, 95,8% keine behandelten Spontanblutungen und 94,4% keine behandelten Zielgelenkblutungen. Diese Ergebnisse, erklärte Oldenburg, stünden in Einklang mit Resultaten des Zulassungsstudienprogramms HAVEN sowie der Wirksamkeits- und Sicherheitsstudie STASEY.

Sicherheitsprofil von Hemlibra bestätigt

Aktuelle Daten bestätigen zudem das Sicherheitsprofil der Antikörperprophylaxe mit Hemlibra [4]. Danach sind thrombotische Ereignisse (TE) bei Menschen mit angeborener Hämophilie A ohne begleitende Gabe von aktiviertem Prothrombinkomplex-Konzentrat (aPCC) trotz steigender Hemlibra-Exposition selten aufgetreten. Analysiert wurden Sicherheitsberichte zu Emicizumab aus klinischen Studien, Registern, Expanded-Access-Programmen, Compassionate Use und Post-Marketing-Daten.

POLARIX-Studie: Signifikanter PFS-Vorteil für Polivy

Etwa 60% der Patient:innen mit diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) können mit dem bisherigen Standard R-CHOP (Rituximab in Kombination mit Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) in der Erstlinientherapie des DLBCL geheilt werden. Diese seit 20 Jahren unveränderte Therapiesituation verlangt nach Fortschritt, denn rund ein Drittel der Patient:innen rezidiviert, häufig in den ersten 18–22 Monaten. Beim ASH aktuell vorgestellte Daten der Phase-III-Studie POLARIX [1] zeigen, so Prof. Dr. Georg Lenz, Münster, dass das bislang ab der zweiten Therapielinie für Patienten:innen, die nicht für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation in Frage kommen, zugelassene Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Polivy auch in der DLBCL-Erstlinie erfolgreich eingesetzt werden kann. Die Kombination von Polivy plus R-CHP erreichte im direkten Vergleich mit R-CHOP einen Vorteil im progressionsfreien Überleben (PFS) um rund 7%, was einem um 27% reduzierten Risiko für Progression, Rezidiv oder Tod entspricht (Hazard Ratio [HR] 0,73; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,57–0,95; p<0,02). Die Sicherheitsprofile beider Schemata waren vergleichbar. Die Beobachtungsdauer beträgt derzeit median 28,2 Monate. Für die Studie wurden 879 bis dahin nicht vorbehandelte Patient:innen mit DLBCL im medianen Alter von 65 Jahren randomisiert.

Mosunetuzumab beim r/r FL: Neue Daten zur Mono- und Kombinationstherapie

Zur Erstlinientherapie des follikulären Lymphoms (FL) wird eine Anti-CD20-basierte Chemoimmuntherapie als Standard empfohlen. Dabei hat Gazyvaro® (Obinutuzumab) in der Induktion und in der Erhaltung eine überlegene Wirksamkeit gezeigt, die sich in klinisch relevante Vorteile beim Ansprechen übersetzt. Als mögliche zukünftige Option in fortgeschrittenen Therapielinien könnte sich der bispezifische First-in-Class Anti-CD20/CD3-Antikörper Mosunetuzumab erweisen. Anhaltspunkte dafür gibt eine einarmige Phase Ib/II-Expansionsstudie mit intensiv vorbehandelten FL-Patient:innen (median 3 Vortherapien), die in jeweils mehr als 50% prognostisch ungünstige doppeltrefraktäre Erkrankungen oder Frührezidive (POD24) aufwiesen (NCTO2500407) [5]. In diesem Kollektiv von 90 Patient:innen wurde nach einer Drittlinien-Monotherapie mit Mosunetuzumab ein objektives Ansprechen (ORR) von 80% sowie eine Rate für komplette Remissionen (CR) von 60% berichtet. Median dauerte ein Ansprechen (DoR) 22,8 Monate lang an. 62% aller Patient:innen mit einem Ansprechen waren auch nach 12 Monaten ohne Krankheitsereignis, und in der Gruppe der Patient:innen mit kompletter Remission waren es 76%. Das mediane PFS betrug 17,9 Monate (95%-KI 10,1–NE). Mosunetuzumab zeige zudem ein handhabbares Sicherheitsprofil, betonte Lenz. Der möglichen Entwicklung eines Zytokin-Release-Syndroms konnte durch ein Step-up-Dosisschema begegnet werden. Von der Forschungsgruppe um Laurie Sehn stammt eine weitere beim ASH vorgestellte Studie der Phase Ib/II, die das Potenzial von Mosunetuzumab bei aggressivem r/r Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit Polivy untersuchte. Bei ebenfalls handhabbarem Sicherheitsprofil war die Wirksamkeit vielversprechend, interessanterweise auch bei Patient:innen, die zuvor eine CAR-(Chimäre-Antikörper-Rezeptor-)-T-Zell Therapie erhalten hatten [6].

Mit welcher hohen Dynamik die Entwicklung voranschreitet, zeigt ein Blick in die Pipeline von Roche: Hier wird mit Glofitamab bereits ein weiterer T-Zell-aktivierender bispezifischer (Anti-CD3/CD20-) Antikörper getestet. Die Prüfung von Sicherheit und Wirksamkeit erfolgt als Monotherapie in einem umfangreichen Ansatz bei 258 Patient:innen mit r/r Non-Hodgkin-Lymphomen (NCT03075696) [7] sowie in Kombination mit R-CHOP bei Patient:innen mit r/r NHL bzw. nicht vorbehandeltem DLBCL (NCT03467373) [8]. Zudem zeigte eine Phase-I-Studie mit dem weiteren bispezifischen Antikörper Cevostamab klinisch relevante Ansprechraten bei hochgradig vorbehandelten Patient:innen mit Multiplem Myelom. Der First-in-Class Anti-CD3/FcRH5-Antikörper erreichte, ohne vermehrtes Auftreten von Zytokin-Freisetzungssyndrom, dosisabhängig eine Gesamtansprechrate von deutlich über 50% [9].

Referenzen:

[1] Tilly H, et al. NEJM 2021; December 14, 2021, doi: 10.1056/NEJMoa2115304
[2] Négrier C, et al. ASH 2021, Session 322: Oral Presentation Abstract #343
[3] Fachinformation Hemlibra. Stand: Oktober 2021
[4] Howard M, et al. ASH 2021, Session 322: Oral Presentation Abstract #3186
[5] Budde LE, et al. ASH 2021, Session 623: Oral Presentation Abstract #127
[6] Budde LE, et al. ASH 2021, Session 627: Oral Presentation Abstract #533
[7] Dickinson M, et al. ASH 2021, Session 626: Poster Presentation Abstract #2478
[8] Ghosh N, et al. ASH 2021, Session 626: Poster Presentation Abstract #2479
[9] Trudel S, et al. ASH 2021, Oral Presentation Abstract #157

Roche weltweit

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 32 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das neunte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2019 weltweit rund 98.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2019 investierte Roche CHF 11,7 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 61,5 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Roche in Deutschland

Roche beschäftigt in Deutschland rund 16.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei großen Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese über 2,7 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de.

Roche Pharma AG

Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.500 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.

Therapeutische Antikörper von Roche: Vielfältige Perspektiven zur Behandlung hämatologischer Erkrankungen

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Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

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