DGN 2020: Relevanz einer frühen, effektiven MS-Therapie für langfristig bessere Prognose
Aktuelle Daten der unverblindeten Extensionsphasen (OLE) der OPERA1- und ORATORIO2-Studien zum Anti-CD20-Antikörper OCREVUS (Ocrelizumab) belegen, dass die Progression von schubförmiger Multipler Sklerose (RMS, d.h. RRMSaund SPMSbmit aufgesetzten Schüben) und primär progredienter MS (PPMSc) nach 6,5 bzw. 7 Jahren anhaltend verlangsamt wird – bei weiterhin günstigem Sicherheitsprofil.¹'²'³
Neue Erkenntnisse zu COVID-19 und OCREVUS ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko einer COVID-19-Erkrankung bei einer längeren Behandlungsdauer mit OCREVUS. Die OCREVUS-Daten aus internationalen Pharmakovigilanzdatenbanken von Roche und einer US-basierten Kohortenstudie fügen sich in den Gesamtkontext der weltweiten COVID-19- und auch MS-Daten ein.⁴'⁵
Darüber hinaus bestätigen Real-World-Daten eine hohe Adhärenz zum OCREVUS-Therapieschema und eine Persistenzrate bei der Gesamtpopulation von 97 % über 18 Monate bzw. 96,3 % bei RMS und 96,7 % bei PPMS.⁶
Der frühzeitige Einsatz von OCREVUS verlangsamt auch langfristig die Behinderungsprogression von Patienten mit RMS und PPMS effektiv und verbessert damit die Prognose der Patienten nachhaltig. Das belegen aktuelle Daten der Extensionsphasen der Studien OPERA und ORATORIO.¹'² So war das Risiko für eine Behinderungsprogression (bestätigt über 48 Wochen; CDP48-EDSS(d)) bei RMS-Patienten, die über 6,5 Jahre durchgehend mit OCREVUS behandelt wurden, gegenüber jenen Patienten, die zunächst mit Interferon beta-1a s.c. behandelt wurden, signifikant um 28 % reduziert (p = 0,012) (Abb.).¹ Bei PPMS-Patienten, die von Anfang an mit OCREVUS behandelt wurden, reduzierte sich das Risiko einer CDP48-EDSS über 7 Jahre um 31 % gegenüber Patienten, die zu Beginn der ORATORIO-OLE von Placebo zu OCREVUS gewechselt waren.² Patienten mit kontinuierlicher OCREVUS-Therapie benötigten im Vergleich zur Kontrollgruppe zudem später einen Rollstuhl (OPERA) bzw. eine Gehhilfe (ORATORIO).¹'²
Aktuelle Sicherheitsanalysen untersuchten die Auswirkungen der COVID-19--Erkrankung bei MS-Patienten, die mit OCREVUS behandelt wurden. Internationale Pharmakovigilanzdaten von Roche ergaben, dass COVID-19 überwiegend mild bis moderat bei den Patienten unter OCREVUS-Therapie verlief. In diesen Fällen war der COVID-19-Krankheitsverlauf bei MS-Patienten unter OCREVUS vergleichbar mit dem Krankheitsverlauf, wie er in der Allgemeinbevölkerung zu beobachten ist.4 Wie auch in der Allgemeinbevölkerung war dabei eine höhere Anzahl von Risikofaktoren mit einem schwereren COVID-19-Verlauf assoziiert. Des Weiteren ergab eine US-Kohortenstudie, dass COVID-19 bei MS-Patienten unter Therapie mit OCREVUS vergleichbar verläuft wie bei MS-Patienten, die mit anderen MS-Medikamenten behandelt wurden.⁵
Dass das Nutzen-Risiko-Profil von OCREVUS insgesamt konsistent bleibt, ergeben die umfassenden klinischen Studiendaten mit einer Nachbeobachtungszeit von inzwischen über 7 Jahren und Datenevon 5.680 Patienten mit mehr als 18.200 Patientenjahren Expositionszeit (Stand Januar 2020).⁷
Eine aktuelle Studie zur Patientenpräferenz zeigt, dass MS-Patienten Therapieschemata mit jährlich weniger als 3 Infusionen bevorzugen.8Dass das OCREVUS-Therapieintervall von 24 Wochen nach Initialdosisfauch Einfluss auf die Adhärenz (Therapietreue) und Persistenz (Therapieverweildauer) nimmt, legt eine Analyse von US-Krankenkassendaten nahe: Gegenüber anderen krankheitsmodifizierenden Therapien (DMTs) waren Adhärenz- und Persistenzwerte über 18 Monate unter OCREVUS höher.⁹ Diese Daten werden durch eine Interimsanalyse der deutschen nicht-interventionellen CONFIDENCE-Studie bestätigt: RMS- und PPMS-Patienten hielten das Therapieschema eng ein und verblieben zu 97 % über 18 Monate hinweg bei der OCREVUS-Behandlung.⁶
OCREVUS kann entsprechend der Zulassung bei Patienten mit RRMS, SPMS mit aufgesetzten Schüben sowie PPMS eingesetzt werden.³Mit seiner konsistenten Wirksamkeit und Sicherheit in Kombination mit einer hohen Adhärenz und Therapieverweildauer ist OCREVUS eine Therapieoption, die dazu beiträgt, dass die Progression dauerhaft signifikant beeinflusst wird und MS-Patienten ein selbstbestimmtes Leben führen können.
Abbildung:Daten über 6,5 Jahre zur RMS-Patientenpopulation zeigen den positiven Effekt eines frühzeitigen Therapiebeginns auf die Langzeitprognose.¹
(a) RRMS (schubförmig remittierende Multiple Sklerose) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung.(b) SPMS (sekundär progrediente MS) = Verlaufsform, die aus einer schubförmig remittierenden MS (RRMS) hervorgeht, bei der die akut-entzündliche Aktivität in Form abgrenzbarer Schübe immer seltener wird oder ganz fehlt. Die neurodegenerativen ZNS-Veränderungen dominieren immer stärker und die Behinderung nimmt stetig zu. Wird die SPMS weiterhin von Schüben begleitet, spricht man von einer rSPMS (sekundär progrediente MS mit aufgesetzten Schüben).(c) frühe primär progrediente Multiple Sklerose (PPMS), charakterisiert anhand der Krankheitsdauer und dem Grad der Behinderung, sowie mit Bildgebungsmerkmalen, die typisch für eine Entzündungsaktivität sind.(d) CDP48 (bestätigte Behinderungsprogression nach 48 Wochen) = Anstieg im EDSS vs. Baseline (um mindestens 1 Punkt bei EDSS ≤ 5,5; um mindestens 0,5 Punkte bei EDSS > 5,5).(e) In die aktualisierte Sicherheitsanalyse wurden die Daten aller Patienten mit RMS und PPMS aus den Phase-II- und Phase-III-Studien sowie deren offenen Extensionsstudien (OLE) wie auch den laufenden Phase-IIIb-Studien einbezogen, die bis Januar 2020 mindestens eine OCREVUS-Infusion erhalten haben.⁷
(f) Die OCREVUS-Initialdosis von 600 mg wird in Form von zwei getrennten intravenösen Infusionen (jeweils 300 mg) gegeben; eine erste Infusion, gefolgt von einer zweiten Infusion, die 14 Tage später gegeben wird.³
Referenzen
Giovannoni G et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation P0216
Wolinsky JS et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation P0237
Fachinformation OCREVUS®, Stand April 2020
Hughes R et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation SS02.05
Dillon P et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation LB1254
Meuth S et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation P1063
Hauser SL et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation P0389
Bauer B et al., Neurodegener Dis Manag 2020; 10: 369-82
Engmann NJ et al., ACTRIMS/ECTRIMS 2020; Poster Presentation P1009
Hauser SL et al., N Engl J Med 2017; 376: 221–34
Montalban X et al., N Engl J Med 2017; 376: 209–20
OCREVUS (Ocrelizumab) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der selektiv gegen CD20-positive B-Zellen gerichtet ist. CD20-positive B-Zellen sind spezielle Immunzellen, die vermutlich wesentlich zur Schädigung der Myelinscheide (Isolationsstruktur von Nervenzellfortsätzen), der Axone (Nervenzellfortsätze) und der daraus resultierenden Behinderung bei Patienten mit MS beitragen. Wie präklinische Studien gezeigt haben, bindet OCREVUS an CD20-Oberflächenproteine, die auf bestimmten B-Zellen exprimiert werden, nicht jedoch auf Stammzellen oder Plasmazellen. Deshalb bleiben wichtige Funktionen des Immunsystems erhalten.
Das klinische Entwicklungsprogramm der Phase III für OCREVUS (ORCHESTRA) umfasste drei Studien: OPERA I, OPERA II und ORATORIO. OPERA I und OPERA II waren identisch aufgebaute, randomisierte, doppelblinde, multizentrische Doppelstudien, die die Wirksamkeit und Sicherheit von OCREVUS (600 mg, verabreicht durch intravenöse Infusion alle 24 Wochen) im Vergleich zu Interferon beta-1a s.c. (44 µg durch subkutane Injektion dreimal pro Woche) bei 1.656 Personen mit schubförmiger MS bewertet haben.10ORATORIO war eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit von OCREVUS (600 mg intravenöse Infusion alle 24 Wochen aufgeteilt in zwei 300 mg Infusionen mit zwei Wochen Abstand) im Vergleich zu Placebo bei 732 Personen mit primär progredienter MS (PPMS) untersucht hat.11
OCREVUS wird biotechnologisch in den USA hergestellt – mit der Abfüllung des Medikaments für den globalen Markt erfolgt ein wesentlicher Produktionsschritt am Roche Standort Mannheim. OCREVUS ist aktuell in 92 Ländern in Nordamerika, Südamerika, Osteuropa, im Nahen Osten sowie in Australien, der Schweiz und seit Januar 2018 in der EU zugelassen.
[blacktriangle]Die Arzneimittel OCREVUS unterliegen einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Auch Patienten können dabei helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden.
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Langzeitdaten zu OCREVUS zeigen anhaltende Verlangsamung der Progression und günstiges Sicherheitsprofil bei Patienten mit MS
Zeit bis um Erreichen einer über 48 Woche bestätigten Behinderungsprogression
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