DGU und ESMO 2020
Immer mehr Menschen werden immer älter. Doch mit dem demographischen Wandel einher geht auch das vermehrte Auftreten von Krebserkrankungen. Dabei gehören Urothelkarzinome zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Dank innovativer Krebsimmuntherapien konnte die Prognose für mUC-Patienten in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Als Kombinationstherapie zeichnet sich nun ein weiterer Fortschritt für die First-Line-Behandlung beim fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (mUC) ab. Dies zeigen Ergebnisse der Phase-III-Studie IMvigor130: Die Hinzunahme der Krebsimmuntherapie Tecentriq® Atezolizumab) zur platinhaltigen Chemotherapie (Gemcitabin plus Cisplatin oder Carboplatin) beeinträchtigt die Lebensqualität nicht und das bei gleichzeitiger Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS).¹'² Tecentriq als Monotherapie ist bereits als sichere und wirksame Behandlungsoption für mUC-Patienten etabliert, sowohl in der First-Line bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten mit einer PD-L1-Expression von ≥ 5 % auf Immunzellen (IC) im Tumor als auch nach platinhaltiger Therapie einsetzbar – auch bei einem alltagsnahem Kollektiv.³'⁴
Beim Urothelkarzinom handelt es sich um einen hoch aggressiven Tumor, der standardmäßig mit Chemotherapie in der First-Line behandelt wird. Doch unter dieser Therapie bleibt der langanhaltende Nutzen meist aus. Für einige Patienten reicht die Behandlung mit alleiniger Chemotherapie demnach nicht, so dass der Bedarf an wirksamen und verträglichen Therapien immer noch hoch ist.⁵ Die Studie IMvigor130 liefert eine neue potenzielle Behandlungsoption für Patienten in der First-Line mit einer wirksamen Kombination aus Krebsimmuntherapie und Chemotherapie.⁶ Durch die zusätzliche Gabe von Tecentriq in Kombination mit platinhaltiger Chemotherapie (PBC) konnte das PFS der Patienten bei gleichbleibender Lebensqualität verlängert werden (8,2 Monate vs. 6,3 Monate unter alleiniger Chemotherapie; HR = 0,82; 95 %-KI: 0,70 – 0,96; p = 0,007).¹'²'⁶Die erhobenen PRO (patient-reported outcomes)-Daten der Kombination wurden nun erstmalig vorgestellt.
Die Ergebnisse zeigen, dass unter der Kombinationstherapie mit Tecentriq, der Erhalt der Lebensqualität bis zum Eintritt von Nebenwirkungen wie Übelkeit/Erbrechen, Schlaflosigkeit, oder Dyspnoe ähnlich lang wie unter alleiniger Chemotherapie war. Die HR reichten von 0,74 (95 %-KI: 0,57 - 0,96; Übelkeit/Erbrechen) bis 1,16 (95 %-KI: 0,89 - 1,51; Dyspnoe).¹ Während unter der Kombination mit Tecentriq ein von Patienten angegebener Erhalt der Lebensqualität bis Woche 117 anhielt, endete diese im Vergleichsarm unter alleiniger Chemotherapie bereits in Woche 69.¹ Die aktuellen PRO-Daten bestärken neben der gezeigten Überlegenheit hinsichtlich des PFS und ohne additive Toxizität das Potenzial der Kombinationstherapie als wichtige Behandlungsoption in der First-Line bei mUC-Patienten.
Bislang werden mehr als die Hälfte aller Patienten in der First-Line mit Cisplatin-haltiger Chemotherapie behandelt, dennoch erreichen nur etwa 1/3 aller mUC-Patienten die zweite Therapielinie.³ Dabei haben sich Krebsimmuntherapeutika in der First-Line bereits als sichere und wirksame Behandlungsoption für mUC-Patienten erwiesen: So zeigte sich bereits ein langanhaltendes Ansprechen bei Cisplatin-ungeeigneten mUC-Patienten mit einer PD-L1-Expression von ≥ 5 % auf IC im Tumor unter der Behandlung mit Tecentriq als Monotherapie.⁷ Der frühe und vermehrte Einsatz einer Therapie mit Krebsimmuntherapeutika sollte aufgrund dessen bei geeigneten Patientengruppen immer in Betracht gezogen werden und könnte das Langzeitüberleben zukünftig verbessern.
Das Arzneimittel Tecentriq unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Auch Patienten können dabei helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden.
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Kombinierte Krebsimmuntherapie in der First-Line - die Zukunft beim mUC?
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