ROS1-Fusions-positives NSCLC und NTRK-Fusions-positive solide Tumoren
Aktuelle Daten zu Rozlytrek (Entrectinib), die beim ESMO 2020* vorgestellt wurden, zeigen: Über zwei Drittel der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) sprechen systemisch auf Rozlytrek an – unabhängig davon, ob eineROS1- oderNTRK-Genfusion vorliegt.¹'² Auch im ZNS erreichen die Patienten hohe Ansprechraten (ORR) von mindestens 50 %.³ Zudem zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass Rozlytrek einen protektiven Effekt auf die Entwicklung von ZNS-Metastasen haben könnte.³'⁴ SUPERSCRIPT FOUR Unicode: U+2074, UTF-8: E2 81 B4 Aus einer ersten Auswertung von Daten zum „patient reported outcome“ (PRO) geht hervor, dass unter Rozlytrek die Lebensqualität der Patienten stabil bleibt oder sogar verbessert werden kann.⁵
Die derzeitige Entwicklung in der Onkologie geht weg von einem entitätsabhängigen „one size fits all“-Ansatz hin zu einer zunehmend personalisierten Therapie auf Basis onkogener Alterationen. Neben entitätsspezifischen gewinnen auch histologieübergreifend vorkommende Marker wie NTRK an Bedeutung – das zeigen aktuelle, beim ESMO 2020 präsentierte Daten, etwa zu Rozlytrek. Der Tyrosin-Kinaseinhibitor (TKI) wurde am 31. Juli 2020 für die Behandlung vonROS1-Inhibitor-naivem, fortgeschrittenem ROS1-Fusions-positivem NSCLC und TRK-Inhibitor-naiven, NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren zugelassen**.⁶ Die aktuelle Auswertung von Follow-Up-Daten (Cut-off: 1. Mai 2019) von NSCLC-Patienten bestätigt die bisher gezeigte systemische und intrakranielle Wirksamkeit von Rozlytrek.⁶'⁷
Unabhängig davon, ob ZNS-Metastasen bei Studienbeginn vorlagen, sprachen 67,1 % der Patienten mit einerROS1-Genfusion (95 %-KI: 59,3 – 74,3 %) median 15,7 Monate (95 %-KI: 13,9 – 28,6 Monate) auf den TKI der nächsten Generation an. Patienten ohne ZNS-Metastasen bei Studienbeginn sprachen sogar über 2 Jahre an. Während des medianen Follow-Ups von 15,8 Monaten konnte das Gesamtüberleben (OS) für Patienten mitROS1-Fusions-positivem NSCLC noch nicht bestimmt werden (95 %-KI: 28,3 Monate – n.e.). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 15,7 Monaten (11,0 – 21,1 Monate), wobei bei Patienten ohne ZNS-Metastasen über eineinhalb Jahre keine Progression beobachtet wurde.¹
Die gute Wirksamkeit von Rozlytrek beim NSCLC bestätigen auch die Ergebnisse zu Patienten mitNTRK-Fusions-positivem NSCLC: Sie erreichten eine ORR von 69,2 % (95 %-KI: 38,6 – 90,9 %), wobei 75,0 % der Patienten ohne ZNS-Metastasen bei Studienbeginn ansprachen. Die mediane Ansprechdauer (DoR) konnte noch nicht bestimmt werden. Das mediane PFS war mit 14,9 Monaten ähnlich lang wie beiROS1-Fusions-positiven NSCLC-Patienten. Insgesamt waren nach 12 Monaten noch 63 % der Patienten mitNTRK-Fusions-positivem NSCLC am Leben.²
Rozlytrek ist sowohl beiROS1- als auchNTRK-Fusions-positivem NSCLC sowie bei anderen soliden Tumoren mitNTRK-Genfusion wirksam und gut verträglich.¹'²'³'⁶'⁷ Für Patienten mit diesen Genfusionen ergibt sich damit eine neue, vielversprechende Therapieoption. Dazu ist der Nachweis einerNTRK- oderROS1-Genfusion essentiell – die molekulargenetische Testung ist daher wichtige Voraussetzung für den Einsatz der neuen Substanz.
Auch im ZNS sprachen die NSCLC-Patienten gut auf Rozlytrek an: BeiROS1-Fusions-positiven Patienten mit ZNS-Metastasen bei Studienbeginn lag die mediane intrakranielle DoR bei 12,9 Monaten. Diese Patienten erreichten eine ZNS-ORR von 52,2 %; bei Patienten mit messbaren ZNS-Metastasen sogar von 79,2 %. Darüber hinaus konnte unter Rozlytrek nur bei wenigen Patienten mitROS1-Fusions-positivem NSCLC ohne ZNS-Metastasen eine ZNS-Progression beobachtet werden. Damit kann weiterhin ein potentiell protektiver Effekt von Rozlytrek auf die Entstehung von ZNS-Metastasen angenommen werden³ – ähnlich dem von Alecensa®(Alectinib) bei Patienten mit fortgeschrittenemALK-Fusions-positivem NSCLC.⁸
Von den Patienten mitNTRK-Genfusion und ZNS-Metastasen sprachen 62,5 % im ZNS auf die Therapie an; bei denen mit messbaren ZNS-Metastasen 60,0 %. Die mediane intrakranielle DoR konnte noch nicht bestimmt werden.³
Das beobachtete Sicherheitsprofil war konsistent mit denen vorheriger Analysen¹'²'⁶ und führte nur zu einer minimalen therapiebedingten Belastung⁵. Dies geht aus einer ersten Auswertung von PRO-Daten von 71 Patienten mitNTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren hervor. Die Patienten berichteten, dass sich ihre Symptome und gesundheitsbezogene Lebensqualität unter der Therapie stabilisiert oder sogar verbessert haben.⁵
* European Society for Medical Oncology (ESMO) Virtual Congress 2020
** Rozlytrek als Monotherapie wird zur Behandlung von Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab 12 Jahren mit soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion angewendet,
bei denen eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung vorliegt oder eine Erkrankung, bei der eine chirurgische Resektion wahrscheinlich zu schwerer Morbidität führt, und
die bisher keinen TRK-Inhibitor erhalten haben
für die keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen.⁶
Rozlytrek als Monotherapie wird angewendet bei erwachsenen Patienten mitROS1-Fusions-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), die zuvor keine Behandlung mitROS1-Inhibitoren erhalten haben.⁶
Referenzen
Krebs MG et al., Poster 1287P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
Drilon A et al., Poster 543P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
Dziadziuszko R et al., Poster 1288P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
De Braud F et al., Poster 1488PD, ESMO 2019, 27.09. – 01.10.2019, Barcelona (Spanien)
Conley AP et al., Poster 539P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
Aktuelle Fachinformation Rozlytrek®
Rolfo CD et al., J Clin Oncol 2020; 38 (suppl; abstr 3605)
Aktuelle Fachinformation Alecensa®
[blacktriangle] Die Arzneimittel Alecensa und Rozlytrek unterliegen einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Auch Patienten können dabei helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden.
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ESMO: NSCLC-Patienten profitieren systemisch und im ZNS von Rozlytrek
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