„Die Diagnostik Therapie-relevanter Mutationen soll bei allen Patient:innen im Stadium IV vor Beginn einer medikamentösen Erstlinientherapie erfolgen.“ – so lautet die aktuelle Empfehlung der am 1. Juli 2021 aktualisierten Onkopedia-Leitlinie.1 Für die Expert:innen gehören die molekulargenetischen Marker ALK, BRAFV600E , EGFR, NTRK, RET und ROS1 zum Test-„Pflichtprogramm“ beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), da entsprechende zielgerichtete Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) zur Verfügung stehen. Diese sollen wenn möglich First-Line eingesetzt werden, beispielsweise Alecensa® ▼ (Alectinib) bei ALK-Fusions-positivem NSCLC und Rozlytrek® ▼ (Entrectinib) bei ROS1- oder NTRK-Fusions-positivem NSCLC.1
Die Aktualisierungen der Onkopedia-Leitlinie verdeutlichen, wie viel sich im vergangenen Jahrzehnt bei der Behandlung des NSCLC getan hat. Bei etwa zwei Drittel aller NSCLC-Patient:innen kann eine onkogene Alteration als Ursache nachgewiesen werden.2 Für ein Drittel dieser Patient:innen steht mittlerweile eine zielgerichtete Therapieoption zur Verfügung.3 Sie profitieren damit von einer chemotherapiefreien Behandlung, die in der Regel nicht nur verträglicher, sondern anderen Therapieoptionen auch hinsichtlich der Dauer und Tiefe des Ansprechens überlegen ist.1 Entscheidende Voraussetzung gemäß Leitlinie ist eine umfangreiche molekulare Diagnostik, damit z. B. Patient:innen mit ALK- oder ROS1-Fusionen von diesen Optionen profitieren können.
Überzeugende Langzeitdaten
Zur Behandlung des fortgeschrittenen ALK-Fusions-positiven NSCLC gilt Alectinib weiterhin als First-Line-Standard. Langzeitdaten zeigen, dass der etablierte ALK-Inhibitor zu einem langen progressionsfreien Überleben (PFS: 34,8 Monate)4 führt und der Mehrheit der Patient:innen ein Gesamtüberleben von mindestens fünf Jahren ermöglichen kann (5-Jahres-OS-Rate: 62,5 %)5 . Zudem kann Alectinib in der First-Line die Entstehung von ZNS-Metastasen verhindern.6,7 Das lange in der First-Line erreichbare PFS, kann durch Folgetherapien noch weiter verlängert werden. Dafür können die meisten anderen zugelassenen ALK-Inhibitoren eingesetzt werden.8
Vorteil: systemische und ZNS-Wirksamkeit
Eine gute systemische und ZNS-Wirksamkeit ist auch beim ROS1-Fusions-positiven NSCLC von Bedeutung. Diese wird in der Leitlinie für Entrectinib explizit hervorgehoben.1 Der TKI der nächsten Generation kann zur First-Line-Behandlung von ROS1-Fusions-positivem NSCLC eingesetzt werden. Als ROS1- und TRK-Inhibitor ist Entrectinib auch bei NTRK-Fusions-positivem NSCLC indiziert. Auch diese Patient:innen können von der hohen Ansprechrate profitieren.1 In beiden Patient:innengruppen sprachen mehr als zwei Drittel auf den ROS1- und NTRK-Inhibitor an.9,10
RET als Therapie-relevanten Marker berücksichtigen
Ebenfalls neu in der Leitlinie ist die Empfehlung, RET-Fusionen bei der Testung zu berücksichtigen. Ein erster Wirkstoff wurde bereits von der EMA zugelassen. Für Pralsetinib, das bereits von der FDA zugelassen wurde11,*, wird die EMA-Zulassung im Laufe dieses Jahres erwartet.
Gute Therapieoption auch ohne onkogene Alteration
Kann keine onkogene Alteration nachgewiesen werden, können NSCLC-Patient:innen von einem Immuncheckpoint-Inhibitor profitieren. So wird u. a. erstmals Tecentriq®▼ (Atezolizumab) als neue Option in der First-Line-Monotherapie zur Behandlung von Patient:innen mit hoher PD-L1-Expression (TC3/IC3)** empfohlen.1 Die aktuelle Onkopedia-Leitlinie rät bei Thyroid Transcription Factor 1 (TTF1)-negativen NSCLC-Patient:innen zudem vom Einsatz von Pemetrexed-haltigen Regimen ab, da der Marker mit einem schlechteren Ansprechen auf Pemetrexed assoziiert ist.1 Kombinationen von Tecentriq mit Carboplatin und Nab-Paclitaxel oder Carboplatin, Paclitaxel und Bevacizumab bieten hier wirksame zulassungskonforme Optionen.
„One size fits all“ war einmal
Das Update der Onkopedia-Leitlinie spiegelt die Fortschritte bei der Forschung und Therapie des NSCLC wider: Das NSCLC differenziert sich zunehmend in immer kleinere Subgruppen, für die immer individueller angepasste und – sofern vorhanden – zielgerichtete Therapieoptionen wie spezifische TKI oder Immuncheckpoint-Inhibitoren zur Verfügung stehen.
Fußnoten
* Die FDA-Zulassung von GAVRETO umfasst die Behandlung von
erwachsenen Patient:innen mit metastasiertem RET-Fusions-positivem NSCLC,
erwachsenen und pädiatrischen Patienten:innen ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-positivem medullärem Schilddrüsenkarziom, bei denen eine systemische Therapie erforderlich ist,
erwachsenen und pädiatrischen Patienten:innen ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-Fusions-positivem Schilddrüsenkarziom, bei denen eine systemische Therapie erforderlich ist und die hinsichtlich einer Radiojodtherapie refraktär sind.
** TC3/IC3: PD-L1 auf ≥ 50 % der Tumorzellen oder ≥ 10 % auf Tumor-infiltrierenden Immunzellen (IC).
Referenzen
1 Griesinger F et al., Onkopedia-Leitlinie „Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)“, Stand: Juli 2021.
2 https://lungcancergroup.de/molekularpathologie/treibermutationen/ (aufgerufen im Juli 2021).
3 Hirsch FR et al., Lancet 2017; 389 (10066): 299–311.
4 Mok T et al., Poster 1484PD, ESMO 2019, 27.09. – 01.10.2019, Barcelona (Spanien).
5 Peters S et al., J Clin Oncol 2020: 38 (suppl; abstr 9518).
6 Peters S et al., N Engl J Med 2017; 377: 829-838
7 Gadgeel S et al., Ann Oncol 2017; 28: 1298O_PR
8 Fachinformation Alecensa®; aktueller Stand.
9 Krebs MG et al., Poster 1287P. ESMO Virtual Congress 2020; 19.–21.09.2020.
10 Fachinformation Rozlytrek®; aktueller Stand.
11 Prescribing Information GAVRETO™. Stand: 12/2020.
Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation
Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.
Roche weltweit
Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.
Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.
Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das elfte Jahr in Folge als eines der nachhaltigsten Unternehmen innerhalb der Pharmabranche im Dow Jones Sustainability Index (DJSI).
Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigt weltweit mehr als 100.000 Mitarbeitende. Im Jahr 2020 investierte Roche CHF 12,2 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 58,3 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.
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