Pathogenese des Zervixkarzinoms

Jahre der Progression nutzen für frühe Diagnosen.

Eine Infektion mit hochrisiko humanen Papillomviren (HPV) ist die Ursache von Gebärmutterhalskrebs. Die Pathogenese dauert hierbei Jahre. In dieser Zeit gilt es die relevanten Vorstufen frühzeitig und zuverlässig zu erkennen. Durch Impfung, Vorsorge und Therapie sind nahezu alle Gebärmutterhalskrebs-Fälle vermeidbar.

Über 99% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch eine HPV-Infektion ausgelöst.

Es gibt über 200 unterschiedliche Typen der Virusvariante.

70% aller bösartigen Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch die HPV-Typen 16 und 18 ausgelöst.

Ca. 80% aller Menschen infizieren sich mindestens einmal in ihrem Leben mit HP-Viren.

Es dauert im Schnitt etwa 10 Jahre und mehr von der HPV-Infektion bis zum Zervixkarzinom.

In Deutschland

HPV in Zahlen

Das HP-Virus wird meistens durch sexuellen Kontakt übertragen. Allerdings kann es auch durch Schmierinfektion weitergegben werden, da die HP-Viren gegen Austrocknung resistent sind. Mehrheitlich heilt die HPV-Infektion innerhalb von 6 bis 24 Monaten aus, ohne je bemerkt worden zu sein. Bei 5-10% aller Fälle persistiert sie jedoch, was durch ein gestörtes Immunsystem oder sonstigen Risikofaktoren begünstigt werden kann.

Infektionsweg von HPV

Zervikale intraepitheliale Neoplasien (cervical intraepithelial neoplasia) sind Zellveränderungen am Gebärmutterhals, die sich unbehandelt zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. Die Ursache für die Zellveränderungen ist eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), wobei die HP-Viren die Schleimhautzellen am Gebärmutterhals schädigen. Zervikale intraepitheliale Neoplasien lassen sich in drei Schweregrade unterteilen.

CIN I (CIN 1): niedriggradige Dysplasien
Es handelt sich um leichte Zellveränderungen, die bei gut der Hälfte der Frauen von selbst wieder ausheilen.

CIN II (CIN 2): mäßiggradige Dysplasie
Eine mittelschwere Form der Zellveränderung, die sich bei einem Drittel der betroffenen Frauen von selbst wieder zurückbildet.

CIN III (CIN 3): hochgradige Dysplasie (invasives Plattenepithelkarzinom)
Die Zellveränderungen sind weit fortgeschritten. Die Veränderungen sind noch auf die oberen Gewebeschichten begrenzt (Carcinoma in situ, CIS), könnten aber in ein Karzinom übergehen. CIN IIl bildet sich bei sehr wenigen Frauen von selbst zurück.

Zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN)

HPV-Typen und ihr Risiko

Bei HPV handelt es sich um ein doppelsträngiges DNA-Virus, von dem über 200 verschiedene Typen bekannt sind.Jedoch befallen nur circa 40 HPV-Typen den Genitalbereich. Dieser Anteil lässt sich wiederum in zwei Gruppen unterteilen: Niedrigrisiko- und Hochrisiko-HPV-Typen.

Viren der Niedrigrisiko-Gruppe sind hauptsächlich an der Entstehung von Kondylomen beteiligt. Handelt es sich aber um eine Infektion mit einem der 14 Hochrisiko-HPV-Typen, die Infektionen in der Zervix auslösen, kann sich eine Dysplasie und schließlich ein Karzinom entwickeln. Dazu gehören auch die HPV-Typen 16 und 18, welche zusammen für 70 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Verteilung der CIN3 assoziierter HPV-Typen

In der ATHENA-Studie mit 47.000 Frauen (ab 25 Jahren) konnte gezeigt werden, dass das Risiko für die Entstehung einer CIN3+ Läsion innerhalb von drei Jahren je nach HPV-Typ variiert.

HPV ist nicht gleich HPV

Die HPV-Infektion

In diesem Video erklären wir Ihnen, wie die HP-Viren durch mikroskopisch kleine Risse in den Zellschichten des zervikalen Epithels die Basalzellen infizieren. Die sich teilenden Basalzellen stellen ein Reservoir infizierter und Virus produzierender Zellen dar, woraus sich über die Jahre ein Zervixkarzinom entwickeln kann.

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Von der Infektion zur Erkrankung

Nach der Infektion verliert das Virus seine Hülle und das zirkuläre Genom wird in den Kern der Wirtszelle transportiert. Die viralen Proteine, die nach der Expression der viralen Gene e6 und e7 gebildet werden, interagieren mit p53 und PRB, welche in gesunden Zellen den Teilungsprozess regulieren. Dadurch kommt es zu zervikaler Intraepithelialer Neoplasie (CIN).

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Von der HPV-Infektion zum Zervixkarzinom

Überblick zur Pathogenese

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Referenzen

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